Seit Anfang des Jahres 2026 ist dieses Team ökumenisch besetzt, d.h. es besteht aus Mitgliedern der ev. luth. Gesamtkirchengemeinde in Lehrte, der kath. St. Bernward-Gemeinde, der ev. freikirchlichen Johannesgemeinde und der neuapostolischen Gemeinde Hannover-Ostkreis.
Bei den Besprechungen und Dienstplanungen kam der Wunsch auf, sich gegenseitig besser kennen zu lernen. Deshalb wurde für den Reformationstag, den 31.10.2026 ein Spaziergang durch die Stadt Lehrte zu den einzelnen Kirchen geplant.
Um 15:00 Uhr trafen sich etwa 80 Personen in der Sankt-Bernward-Gemeinde. Pfarrer Franz Kurth gab einen geistigen Impuls aus dem Kolosserbrief (Kap 3, 11): „Da ist nicht mehr Grieche oder Jude, … sondern alles und in allen Christus“. Eine Besonderheit des katholischen Glaubens ist die Verehrung von Personen die heiliggesprochen wurden, allen voran Maria, die Mutter Jesu. Diese Heiligen werden verehrt, ab er nicht angebetet. Er erläuterte auch die Entstehung des Gotteshauses, welches 1896 eingeweiht werden konnte und wies auf eine Statue der Maria, die links des Altars ihren Platz hat. Im Zentrum über dem Altar hängt ein metallenes Kreuz mit einem Christus, der ein Buch in der Hand hält. Wenn man die Kirche betritt, stehen rechts und links hinter der Tür zwei Schalen, in denen sich Weihwasser befindet. Dieses Wasser ist Taufwasser und wird immer nach einer Taufe erneuert. Die Gläubigen berühren das Wasser mit den Fingerspitzen und erinnern sich dabei an ihre eigene Taufe.
Danach ging die ganze Gemeinde über die Feldstraße, dann rechts über die Iltener Straße zur Südstraße und weiter zur Köhlerheide, dort befindet sich die ev. freikirchliche Johannes-Gemeinde. In dieser „blauen“ Kirche wurden wir von Pastor Roland Bunde empfangen. Das Gebäude wurde 1989 aus Holz errichtet und erinnert an ein Schwedenhaus. Das Besondere der Konfession ist die „Bekenntnistaufe“, d.h. wenn ein Mensch aus eigener Entscheidung heraus den Wunsch äußert, dass er getauft werden möchte, kann die Taufe vollzogen werden. Dabei wird der Täufling in einem gemauerten Becken ganz untergetaucht.
Von der Johannes-Gemeinde ging die große Gruppe über den ehemaligen Bahndamm und Hagenstraße zur Osterstraße in die kleine evangelische Nikolauskirche. „Dieses Gebäude ist die älteste Kirche in Lehrte“, erläuterte ein Gemeindemitglied. Ihre Geschichte reicht bis ins Mittelalter zurück. Anno 1302 wird die Kirche erstmals erwähnt und hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Vermutlich um 1519 wurde sie zerstört und später wiederaufgebaut, wurde das Gebäude zeitweise auch als Schule genutzt. Mit dem Bau der Eisenbahn erlebte Lehrte einen Aufschwung und die Dorfkirche wurde zu klein. Die neue Matthäuskirche wurde ein paar hundert Meter im 19. Jahrhundert gebaut. Heute dient die kleine Kirche hauptsächlich als Ort für Taufen, Trauungen, Sommergottesdienste und auch für Konzerte und Kunstausstellungen. Ein anderes Gemeindemitglied zählte die vielen Aktivitäten der Gesamtkirchengemeinde auf und endet mit den schönen Satz: „Ich fühle mich wohl in meiner Gemeinde.“ Mit dem gemeinsam gesungenen Lied von Martin Luther „Verleih uns Frieden gnädiglich“ verließen wir diese wunderschöne Kirche.
Der Rest des Weges war schnell zurückgelegt, denn die neuapostolische Gemeinde Hannover-Ostkreis liegt nur gut 400 Meter entfernt. Dort begann die Vorstellung mit dem Lied „Ich singe dir mit Herz und Mund“, anschließend begrüßte der Gemeindevorsteher Priester Wolfgang Jensen die Anwesenden und erläuterte die Gemeinsamkeiten der Neuapostolischen Kirche mit den anderen Christen: Den Glauben an Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. Grundlage der Predigten ist die Lutherbibel in der Ausgabe von 2017. Priester Tobias Teuber erklärte, dass die Zusammenarbeit in der Ökumene der Gemeinde viel bedeutet und dass die Gemeinde sich gern in das ökumenische Andachtsteam einbringt. „Die Gemeinde hier ist wie eine große Familie für mich“, war die Aussage von Joachim Wolf. Der Spaziergang wurde mit einem Gebet des Vorstehers der Gemeinde und dem aaronitischen Segen, gesprochen von Pastorin Friedericke Schweizer, beendet.
Anschließend waren alle Personen zur Suppe und Brot eingeladen, welche Mitglieder aus den vier Gemeinden jeweils zubereitet hatten. Dabei ergaben sich schöne und bereichernde Gespräche in gegenseitiger Wertschätzung.
Neuapostolische Kirche